Dies war für mich der zweite Sommer im Dienste des Österreichischen Weltraum Forums. Nach diversen kleineren Projekten im Frühling und Winter folgte nun mein offizielles Praktikum, welches über zwei Monate andauerte. Zwei Monate voller Arbeit, neuer Erfahrungen und spannender Menschen.
Mein Hauptprojekt war die technische Vorbereitung des Aouda.X Raumanzug-Simulators auf die 17B Testreihe, die Ende August in Köln am DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) stattfand. Bei dieser Testreihe wurde ein vertikales Laufband genutzt, um verschiedene Gravitationsumgebungen (wie z.B. Mond oder Mars) zu simulieren. Da der Raumanzugssimulator „Aouda.X“ dabei höheren mechanischen Belastungen als gewöhnlich ausgesetzt war, habe ich die hintere Seite des PLSS (Personal Life Support System) temporär durch eine verstärkende Platte ersetzt. Dadurch war es Analogastronautin Dr. Carmen Köhler möglich, in voller Montur die die Tests durchzuführen und somit die niedrige Gravitation eines Asteroiden zu erleben. Für mich als einfachen Physikstudent war es natürlich unglaublich toll, an einer Kooperation mit dem DLR beteiligt zu sein und drei Tage vor Ort zu verbringen. Zusammen mit dem Rest des Teams haben wir auch das EAC (European Astronaut Center) besucht, wo Astronauten ausgebildet werden. Dort hatten wir die Möglichkeit, uns mit einem Mitglied des Eurocom-Teams zu unterhalten, welches direkt mit den europäischen Astronauten auf der ISS kommuniziert. Alles in allem waren diese Tage das Highlight meines Praktikums und ich hoffe, dass ich mich auch in Zukunft an Projekten dieser Größe beteiligen darf.
Natürlich gab es auch noch andere Dinge zu tun. Unter anderem war ich maßgeblich an der Renovierung unserer Werkstatt beteiligt. Zusammen mit anderen Praktikanten wurde ein neuer Boden verlegt, die Wände wurden frisch gestrichen und die Einrichtung geschickter platziert. Das Ganze war sehr anstrengend und zeitintensiv, aber solche Arbeiten müssen schließlich auch erledigt werden. Außerdem durfte ich einer Schülerin bei ihrer vorwissenschaftlichen Arbeit zum Thema „Schwierigkeiten und Gefahren einer Marskolonisation“ helfen. Zusammen haben wir diverse Punkte wie kosmische Strahlung, Wasserversorgung und Finanzierung besprochen und ihr so einen Überblick verschafft, welcher ihr das Verfassen der Arbeit erleichtern wird.
Eine weitere tolle Erfahrung war eine Kooperation mit der Jungen Uni: An einem Sommernachmittag konnten Kinder am Baggersee Innsbruck Wasserraketen basteln und ein Mars-Rover Modell lenken. Der Wissensdurst und Forschergeist der Kinder haben mich sehr beeindruckt und dadurch war es umso schöner, mit ihnen über Raumfahrt und den Weltraum zu diskutieren.
Ich durfte auch an anderen ÖWF-Events teilnehmen, wie zum Beispiel dem ersten „Dress Rehearsal“ zur kommenden AMADEE-18 Mission sowie dem AMAT-Kurs (Analog Mission Advanced Training). Als neues Mitglied des IT-Teams wurde ich dort in die Server- und Netzwerkstrukturen des ÖWF eingeweiht. Das Schönste an dem Praktikum war jedoch wieder die Möglichkeit, viele interessante und nette Leute kennenzulernen. Die meiste Zeit verbrachte ich natürlich mit anderen Praktikanten, mit denen ich unglaublich viel Spaß hatte. Vermutlich liegt das daran, dass wir alle Raumfahrtbegeistert sind und unser Humor sich sehr ähnlich ist. Das einzig Traurige war, dass der naheliegende Supermarkt meinen geliebten Red-Curry-Hühnerreis aus dem Sortiment genommen hat. Solche Rückschläge muss man jedoch auch verkraften und alternative Wege beschreiten, die unter anderem tiefgekühltes Nasi Goreng beinhalten.
Am Ende bleibt mir wieder nur die Möglichkeit, mich bei allen Leuten zu bedanken, mit denen ich im Sommer zusammenarbeiten durfte. Nun gilt es den Blick in die Zukunft zu werfen: Für die kommende Mission im Februar ist noch viel zu tun, was mich wohl das eine oder andere Wochenende kosten wird. Ich freue mich jedoch schon sehr darauf und bin gespannt, was die kommenden Monate bringen.





